Stationärer Pflegefall: sind die deutschen Haushalte der Rentner ausreichend gewappnet?
Haben Sie gewusst, dass rund 72 % der Rentner im Lande letztendlich die stationäre Pflege selbst bezahlen und dazu sogar in der Lage sind. Rund 7 von 10 Rentnern sind in der Lage ihren Heimplatz bezahlen zu können. Doch schnell schmelzen die Ersparnisse dahin. Steigende Kosten für die Heimplätze erschweren diese Tatsache. 3.000 Euro oder mehr sind ohne Zuschüsse der Standard. Im besten Fall gibt es Zuschüsse über die Pflegekasse. Regionale Unterschiede sind vorhanden. Aktuell handelt es sich um Rentner, welche oftmals durch die Erbengeneration in der Lage sind, diese Kosten zu tragen. Es wäre jedoch an der Zeit, dass die Politik handelt. Ein nachhaltiges generationsgerechtes finanziertes Pflegeversicherungsmodell wäre lobenswert. Eigenanteile sollten gedeckelt werden, damit dauerhaft die Pflege von den Bedürftigen bezahlt werden kann. Steigende Pflegeversicherungsbeiträge würden zu steigenden Arbeitskosten führen. Kein guter Weg. Die Pflegebedürftigen weiterhin auf sich zu stellen, genauso wenig.Eine Reform wird über kurz oder lang notwendig werden. Doch solange steht der Bedürftige mit den dazugehörigen Angehörigen teilweise vor einer großen Herausforderung, denn rund 28 % können sich diesen „Luxus“ nicht leisten.
Zwar sind heute viele Rentner gewappnet für den Ernstfall, doch viele Menschen sind nicht in der Lage diese hohen Kosten zu stemmen. In diesem Fall wird von der Gefahr der Pflegearmut gesprochen. Gerade für die stationäre Pflege werden hohe Eigenanteile notwendig. Haben Sie gewusst, umso länger der Aufenthalt in einem Pflegeheim dauert, umso geringer wird der Eigenanteil. Mit dem 4. Jahr übernimmt die Pflegekasse 75 % des Eigenanteils. Können die Kosten nicht gestemmt werden, wird der Staat einspringen. Doch es gibt ein Haken. Das eigene Vermögen wird herangezogen. Doch es gibt das sogenannte Schonvermögen. 10.000 Euro bei Alleinstehenden (20.000 Euro bei Ehegatten) werden angesetzt. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Sozialamt den Hausverkauf in Betracht ziehen. Falls der Partner jedoch im Haus lebt, ist diese Option nicht der Fall. Die Angst vor der Pflegearmut ist für viele Menschen real. Eine frühzeitig abgeschlossen Pflegezusatzversicherung ist empfehlenswert. Denn wie lange die privaten Mittel ausreichen lässt sich nicht voraussagen. Die Pflegehäuser stehen weiterhin vor enormen Herausforderungen ihre Kosten zu stemmen.
