Kein Ende in Sicht: Steigende Krankenkassen- und Pflegebeiträge

Es hat sich schon länger abgezeichnet und die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Steigende Krankenkassen- und Pflegebeiträge lassen sich nicht verhindern. Millionen von Beitragszahlern fühlen sich mit den bisherigen Beiträgen schon überfordert. Die Rufe nach Reformen werden immer lauter. Die Gesundheitspläne der neuen Bundesregierung lassen bis dato enttäuschen. Reformen werden sich dauerhaft nicht vermeiden lassen. Diese Kostenspirale nach oben muss ein Ende haben. Es lässt sich nicht verleugnen, dass Deutschland eines der teuersten Gesundheitssysteme weltweit hat. Die Menschen werden immer unzufriedener, was die Versorgung betrifft. Kliniken schließen und die ärztliche Versorgung auf dem Lande wird immer herausfordernder. Die Ausgaben steigen und die Einnahmen reichen nicht aus. Die Rücklagen der Krankenkassen schwinden. Schulden werden nicht die Lösung bringen. In den Jahren 2025 und 2026 werden die gesetzlichen Krankenversicherungen vom Bundeshaushalt ein Darlehen über 2,3 Milliarden Euro erhalten. Die Pflegeversicherung wird 2025 mit deinem Darlehen von einer halben Milliarde Euro gestützt. Für das Jahr 2026 ist eine Verdreifachung vorgesehen.
Fakt ist, dass die Beitragszahler weiter zur Kasse gebeten werden. Es muss unweigerlich an Vorschlägen gearbeitet werden, inwieweit sich die Kostenspirale stoppen lässt. Im Gespräch ist die Senkung der Mehrwertsteuer. Nachgedacht wird über einen erhöhten Herstellerabschlag auf Arzneimittel. Auf dem Tisch liegt zudem, dass kostendeckende Beiträge für Bürgergeldempfänger durchgesetzt werden. Gefordert wird vom Bund, dass die Schulden für die Pflegeversicherung beglichen werden. Rund sechs Milliarden Euro wurden für Coronahilfen ausgelegt. Die neue Gesundheitsministerin Nina Warken dämpft die Erwartungen, dass die Pflegeversicherung reformiert wird. Eine eingesetzte Bund-Länder-Gruppe hat es zur Aufgabe, dass bis Ende des Jahres ein Plan vorgelegt werden soll, wie zukünftig die Pflege leistungsfähig und gleichzeitig bezahlbar bleibt.
Zusätzlich stehen die Krankenkasse vor einer Insolvenzwelle. Viele Kassen stehen schon am Rande einer Insolvenz. Es könnte zu einem ungewünschten Dominoeffekt kommen. Die ehemalige Ampelregierung beschloss eine schrittweise Reform bis Ende 2029. Karl Lauterbach setzte auf mehr Spezialisierung in den Kliniken. Als Grundlage sollen neue Abrechnungsmodelle der Krankenkasse ins Leben gerufen werden. Behandlungen sollen genauer beschrieben werden. Somit würde das Netz der 1.700 Kliniken kleiner werden. Der Aufschrei und damit verbundene Protest ließ nicht lange auf sich warten. Jetzt ist die neue Regierung am Zuge. Denn eines ist sicher, so wird es kaum weitergehen.